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LINATBMW Fahrzeugtechnik GmbH, BWE-Bildungswerk Eisenach GmbH und Thüringer Automobilzulieferer arbeiten im „Lieferantennetzwerk Kleinteile - LINAT“Eisenach. „Einzelne Unternehmen, die unserem Lieferantennetzwerk beigetreten sind, kamen damals mit Kurzarbeit, standen davor, gute Fachleute entlassen zu müssen. Keiner dieser Mitarbeiter verlor seine Arbeit. Und die Firmen? Die blicken heute in gefüllte Auftragsbücher“, sagt der Mann, der seit anderthalb Jahren das „Lieferantennetzwerk Kleinteile – LINAT“ vom thüringischen Eisenach aus koordiniert. Projektleiter Wolfgang Kropp von der BWE Bildungswerk Eisenach GmbH weiß vor allem um die Vorteile, wenn sich kleine und mittlere Unternehmen zusammenschließen. So wie beim Thüringer Beispiel.
Die BMW Fahrzeugtechnik GmbH mit Sitz in Eisenach, das BWE und Thüringer Automobilzulieferer arbeiten im „Lieferantennetzwerk Kleinteile – LINAT“ erfolgreich zusammen, eine Projektidee, die in der „Initiative für Beschäftigung!“ geboren wurde und durch das von der GFAW geförderte Projekt „Aufbau und Qualifizierung von Lieferantennetzwerken für die Thüringer Automobilzulieferindustrie“ unterstützt wird.
Die Lieferanten streben einen starken Firmenverbund an, der sich an der Seite kompetenter Firmen des Automobilbaus zu einem festen Glied in der Zulieferkette entwickelt. Damit soll sowohl die Sicherung des Produktionsstandortes Thüringen als auch eine stärkere Leistungsfähigkeit der kleinen und mittelständischen Zulieferer einhergehen. Im Netzwerk arbeiten momentan die Unternehmen RSB GmbH & Co. KG Merkers, WMW Katzhütte, PWR GmbH Ruhla, ZT GmbH Seebach, TWF GmbH Trusetal, GEZEA GmbH Eisenach und WMB GmbH Wutha-Farnroda zusammen. Sie sind wirtschaftlich und betrieblich selbstständig und, unabhängig von ihrer Firmengröße, gleichberechtigt. Projektpartner und damit Hauptauftraggeber ist die BMW Fahrzeugtechnik GmbH sowie die Großwerkzeugbaue der BMW-Werke in Dingolfing und München. Die Qualität der Netzwerker hat sich also bereits in der BMW Group herumgesprochen. Testaufträge erreichten im Vorjahr Kundenzufriedenheit und das Netzwerk wurde als Kunde gelistet. „Damit ist ein positiver Anfang gemacht, doch für den künftigen Erfolg des Netzwerkes müssen wir noch mehr Projektpartner wie BMW gewinnen und noch weitere Zulieferunternehmen an dem Firmenverbund interessieren“, sagt der Netzwerkkoordinator.
Wolfgang Kropp erklärt, wie das Netzwerk funktioniert: Die BMW-Partner Eisenach, Dingolfing und München vergeben an den Auftragskoordinator des Netzwerkes - der in diesem Fall von der RSB Rationelle Stahlbearbeitung GmbH Merkers gestellt wird - die Aufträge zur Fertigung von Kleinteilen, die zur Herstellung von Großwerkzeuge für das Abpressen von Karosserieteile benötigt werden (zum Beispiel Formeinsätze, Schieber, Treiber, Formplatten, Schneidmesser, Schnitt- und Musterwerkzeuge ...). Durch ein abgestimmtes Kommunikationssystem weiß der Auftragskoordinator des Netzwerkes zeitnah, in welchem Unternehmen welche Kapazitäten gerade frei sind, um den Auftrag termingerecht und entsprechend der Qualitätsanforderungen abzuarbeiten.
„Der Vorteil eines solchen Netzwerkes liegt klar auf der Hand: BMW kann innerhalb des Netzwerkes auf ein breites Leistungsspektrum der Firmen zurückgreifen“, so Wolfgang Kropp. Kompetenzgruppen innerhalb des Verbundes erlauben, Synergien zu nutzen, aber auch dem Einzelnen im Netzwerk, sich zu spezialisieren. An ein von den LINAT-Gründern vereinbartes Regularium haben sich dabei alle Netzwerker zu halten: Ein angenommener Netzwerkauftrag besitzt immer erste Priorität und darf nicht weiter vergeben werden. Aktuell steht die Aufgabe, die Zusammenarbeit weiter zu entwickeln und das Netzwerk zu stabilisieren. Dafür wurden die Arbeitspläne, der Auftragsdurchlauf oder etwa die Sicherstellung einer zeichnungslosen Bearbeitung mittels computeranimierten Planungsprogrammen zwischen den Netzwerkfirmen und BMW standardisiert. „Die Organisationsentwicklung, die wir in enger Kooperation mit BMW vorantreiben konnten, trägt jetzt schon erste Früchte“, schätzt Kropp ein. Doch Ausruhen ist nicht. Regelmäßige Workshops dienen dazu, das Netzwerk so zu qualifizieren, dass stabile Kunden-Lieferer-Beziehungen aufgebaut werden. „Wir wollen weg vom Reagieren hin zum Agieren, weg vom sporadischen Handeln hin zur Planungssicherheit“, so der Koordinator. Constanze Koch |
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